Osteoporose-Tool der SGR

Osteoporose-Plattform der SGR

Das Hauptziel der Osteoporoseabklärung ist die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Formen sowie die rasche Einschätzung des Frakturrisikos. Dieses diktiert die Entscheidung, ob und wie dringend eine nicht-pharmakologische/ pharmakologische Therapie indiziert ist.

Die 2006 gegründete Osteoporose Plattform der SGR besteht aus Rheumatologen in Praxis und Klinik. Basierend auf den in der Rotterdamer Kohortenstudie vorgeschlagenen Risikofaktoren (RF) und den publizierten Frakturdaten der WHO hat sie ein provisorisches noch nicht validiertes Instrument (TOP) kreiert, welches im WHO-Tool nicht berücksichtigte RF enthält (insbesondere Immobilität und Sturzrisiko) und eine stärkere Gewichtung auf vorbestehende periphere Fragilitätsfrakturen legt (Adresse OP Tool: www.med-link.ch/osteoporose).

Das Tool bietet dem Anwender neben der Frakturrisiko-Berechnung einen vollständigen Abklärungsgang mit Indikationsfindung zur DXA-Messung, Sturztests, Laborempfehlungen und Evidenz-basierte Therapieindikationen an. Alle Limitationen für die zur Verfügung stehenden Medikamente sind aufgelistet. Das Instrument soll mit diesen Entscheidungshilfen den Bedürfnissen des Praktikers noch besser gerecht werden.

Als Schwelle für eine empfohlene Knochendichteabklärung wird ein absolutes Frakturrisiko von ca. 5-10% zugrunde gelegt. Als Interventionsschwelle für eine pharmakologische Therapie wird ein Frakturrisiko von 20-25% bei 50-80 jährigen Individuen vorgeschlagen. Damit würden gemäss Richards et al 2007 ungefähr gleich viele Patienten behandelt wie bei einem T-score von ≤-2.5.

Im Rahmen einer noch zu planenden prospektiven Studie soll das Instrument in der Schweiz validiert werden.

Prof. Dr. H. J. Häuselmann
Im Namen der Osteoporose Plattform SGR